Der Stifter

Ein Leben zum Wohle der Allgemeinheit

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Die frühen Jahre von Dr. Heinz Lütke waren geprägt durch die beiden Weltkriege. Geboren 1914 in Aachen, wuchs er im Bayerischen Wald, in Siegburg und Wuppertal auf, wo er das Abitur ablegte. Seine medizinische Ausbildung erhielt er ab 1934 bei der Reichswehr. Ab September 1939 war Lütke als Militärarzt im Kriegseinsatz, zunächst an der Westfront, dann in Russland, im Kessel von Stalingrad. Mit der Kapitulation der 6. Armee im Februar 1943 geriet er in russische Kriegsgefangenschaft. In den Arbeitslagern setzte er sein medi- zinisches Wissen für seine Mitgefangenen ein; erst im Herbst 1949 kehrte er zurück nach Deutschland.

Den Einstieg ins Berufsleben im Nachkriegsdeutschland schaffte der Spätheimkehrer durch eine Fortbildung zum praktischen Arzt und Geburtshelfer. Ihm wurde 1951 eine Praxis in Hemer zugewiesen, die er bis 1981 sehr erfolgreich führte. In dieser Zeit wurde ihm die durch ihr Felsenmeer bekannte Stadt am Fuße des Sauerlandes zur Heimat: „Der Doktor“ gehörte zu den bekannten und geschätzten Größen am Ort. 2002 stiftete er die Bronzeplastik „Aufstieg zum Frieden“, die einen dauerhaften Platz neben der Stadtbücherei erhielt.

Seine zweite Frau Anita lernte Dr. Heinz Lütke 1960 kennen. Die gebürtige Hamburgerin hatte Sprachen studiert und mehrere Jahre lang in Kanada und in den USA gelebt. Zurück in Deutschland, arbeitete sie in führender Funktion bei einer Filmgesellschaft.

Gemeinsam unternahm das Ehepaar zahlreiche Reisen, um die Welt kennenzulernen: Im Lauf der Jahre besuchten Dr. Heinz und Anita Lütke über 130 Staaten. Überall suchten sie das Gespräch mit Einheimischen aller sozialen Schichten. Dabei kamen sie zu der Überzeugung, dass es dringend notwendig sei, die Ausbildung von Jugendlichen in der so genannten Dritten Welt zu fördern. Schon in den 1970er Jahren unterstützten sie deutsche Schulen vor Ort mit Zuwendungen; ab 1982 finanzierten sie die schulische und berufliche Ausbildung ausgewählter begabter Kinder und Jugendlicher.

Früh entstand bei dem selbst kinderlosen Ehepaar Lütke die Idee, ihr Vermögen in eine Stiftung einzubringen, um so das gemeinsame Herzensanliegen später einmal weiter verfolgt zu wissen. Nach dem Ableben seiner Frau 1986 setzte Dr. Heinz Lütke dieses Vorhaben 1989 in die Tat um. Er selbst leitete das Kuratorium der Dr. Heinz und Anita Lütke Stiftung bis zu seinem Tod 2010 im Alter von 95 Jahren.